Straßenverkehrsunfälle in Polen – Grundwissen

Wie ist am Unfallort zu verfahren?

Zunächst müssen Sie das Auto an den nächstgelegenen sicheren Ort bringen (z. B. an den Straßenrand oder auf einen Parkplatz). Wenn es Ihnen nicht gelungen ist, Ihr Fahrzeug zu bewegen, sollten Sie die Unfallstelle sichern. Sie benötigen eine Warnweste, Warnblinker und ein Warndreieck. Das Warndreieck sollte laut Vorschrift in einem gewissen Abstand aufgestellt werden:

– 100 m vor der Kollisionsstelle bei einem Unfall auf einer Autobahn oder Schnellstraße;

– 30-50 m vor dem Aufprallort bei Unfällen auf anderen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften;

– im Falle eines Zusammenstoßes in einer geschlossenen Ortschaft direkt neben dem Auto. In diesem Fall sollte sich das Dreieck nicht mehr als 1 Meter über dem Boden befinden.

Die Polizei kann zum Unfallort gerufen werden. Es sei darauf hingewiesen, dass dies nicht in unserer Verantwortung liegt. Es ist ratsam, noch am Unfallort die Polizei zu rufen, wenn Zweifel über den Unfallhergang oder das Verschulden bestehen. Wenn Sie sich zu einem solchen Schritt entschließen, ist es Ihre Pflicht, am Unfallort zu bleiben und das Eintreffen der Einsatzkräfte abzuwarten. Die Beamten, die an dem von uns angegebenen Ort eintreffen werden, entscheiden über das weitere Vorgehen.

Eine weitere Lösung für einen Verkehrsunfall besteht darin, eine gemeinsame Erklärung über den Verlauf des Verkehrsunfalls zu verfassen. Sie brauchen keine Polizei, um diese Maßnahme zu ergreifen. Wenn Sie sich für diese Option entscheiden, erhält der Unfallverursacher keinen Strafzettel und keine Strafpunkte. Eine solche Erklärung kann aufgeschrieben werden, wenn:

– der Unfallverursacher hat sein Verschulden eingestanden;

– Alle sind sich über den Verlauf des Unfalls einig;

– es besteht kein Verdacht auf eine Straftat (d. h. Sie sind sicher, dass alle an dem Zusammenstoß beteiligten Fahrer nüchtern sind).

Die Aussage des Kollisionsverursachers sollte folgende Elemente enthalten:

– Datum und Ort der Veranstaltung;

– kurze Beschreibung des Ereignisses (es ist wichtig, dass die Beschreibung so genau wie möglich ist);

– eine eindeutige Aussage darüber, wer der Täter des Ereignisses ist;

– Daten der Halter der an der Kollision beteiligten Fahrzeuge;

– Daten der Personen, die die Fahrzeuge zum Zeitpunkt des Ereignisses fahren;

– Angaben zu den an der Kollision beteiligten Fahrzeugen;

– die Nummer der Haftpflichtversicherung des Verursachers des Ereignisses und den Namen der Versicherungsgesellschaft;

– eine Auflistung der sichtbaren Schäden an den an der Kollision beteiligten Fahrzeugen;

– die Unterschriften der Fahrer.

Eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme ist die Anfertigung von Fotos vom Unfallort, um das Aussehen der Fahrzeuge unmittelbar nach dem Zusammenstoß zu dokumentieren. Sie können auch personenbezogene Daten und Kontaktangaben von Zeugen des Ereignisses angeben, die eine Überprüfung des Kollisionsverlaufs ermöglichen.

Wie melde ich eine Forderung?

Um dem Haftpflichtversicherer des Verursachers einen Schaden zu melden, benötigen Sie die Versicherungsnummer des Verursachers, eine am Unfallort niedergeschriebene Erklärung, Ihre Fahrzeugpapiere und Ihren Führerschein. Sie können einen Schaden beim Haftpflichtversicherer des Täters melden – dazu müssen Sie telefonisch oder über das Internet einen entsprechenden Antrag stellen und alle erforderlichen Unterlagen des Versicherers des Täters beifügen.

In der Regel haben wir 3 Jahre Zeit, um den Schaden dem Versicherer zu melden. (Verjährung)

Nach der Meldung des Schadens warten wir bis zu 7 Tage auf einen Sachverständigen, der das Ausmaß des Schadens und die Art des Schadens untersucht und einen Kostenvoranschlag erstellt. In dieser Situation gibt es zwei Möglichkeiten: die Kostenvoranschlags- und die Werkstattvariante. Die Werkstattoption wird bargeldlos in der Werkstatt des Versicherers durchgeführt. Die Kostenvoranschlagsvariante findet jedoch in einer von uns ausgewählten Werkstatt statt und der Betrag zur Deckung des Schadens wird auf unser Konto überwiesen.

Der Versicherer hat 30 Tage Zeit, die Entschädigung zu zahlen. Diese Frist beginnt an dem Tag, an dem die Schadensmeldung beim Versicherer eingeht.

Was deckt die Haftpflichtversicherung des Verursachers?

Die Haftpflicht des Verursachers deckt Sach- und Personenschäden ab, die bei einem Zusammenstoß im Straßenverkehr entstehen. Zu den Sachschäden gehören in den meisten Fällen Autoreparaturen, Mietwagen und Abschleppkosten. Persönliche Schäden können unter anderem Behandlung, Rehabilitation, Erstattung entgangener Leistungen und Arzneimittel umfassen,

Sie können ab dem Tag, an dem der Unfall passiert ist oder Ihr Fahrzeug in die Werkstatt gebracht wurde, einen Ersatzwagen mieten, der vom Versicherer des Unfallverursachers bezahlt wird.  Wenn Sie ein Auto mieten, sollten Sie daran denken, dass das gemietete Fahrzeug einer vergleichbaren Klasse angehören sollte wie Ihr beschädigtes Auto. Wir können das gemietete Fahrzeug bis zum Abschluss der Reparatur unseres Fahrzeugs nutzen. In einem Beschluss vom 17. November 2011, AZ: III CZP 05/11, entschied der Oberste Gerichtshof über die Zahlung der Anmietung eines Ersatzwagens im Falle eines Totalschadens an einem Fahrzeug. In einem solchen Fall zahlt der Versicherer des Verursachers ein Ersatzfahrzeug zu den oben genannten Bedingungen, aber bis ein neues Fahrzeug gekauft wird. Es ist sehr wichtig, dass dieser Kauf unverzüglich getätigt wird, da die Versicherung des Täters das Recht hat, die Zahlung zu kürzen o der zu verweigern.

Auch die Reparatur des Autos des Geschädigten wird aus der Haftpflicht des Verursachers bezahlt. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 11.12.1997 (I CKN 385/97) legt fest, auf der Grundlage welcher Sätze die Schadensschätzung zu erfolgen hat. Die Höhe der Kosten, die vom Versicherer des Schädigers übernommen werden müssen, richtet sich nach den am Wohnsitz des Geschädigten geltenden Tarifen. In demselben Urteil entschied der Gerichtshof über die Wahl des Ortes der Reparatur des Fahrzeugs des Geschädigten. Auf der Grundlage dieses Urteils ist festzustellen, dass der Geschädigte das Recht hat, den Ort der Schadensbehebung zu wählen.

Hinsichtlich der Verwendung von Originalteilen bei der Reparatur des Fahrzeugs ist auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs (Az. III CZP 85/11) zu verweisen. In diesem Urteil stellte der Gerichtshof klar, dass bei der Reparatur des Fahrzeugs im Rahmen der zivilrechtlichen Haftung des Verursachers neue Teile verwendet werden können, wenn

– das Fahrzeug noch unter der Herstellergarantie steht und während der Garantiezeit mit Originalteilen direkt vom Hersteller gewartet wurde;

– sie durch das besondere Interesse des Geschädigten gerechtfertigt ist, z. B.

(a) das Fahrzeug unterliegt nicht mehr der Herstellergarantie, aber der Geschädigte hat es mit Originalteilen gewartet, und die Fortführung dieser „Geschichte” kann sich auf seinen Handelswert auswirken;

(b) der Geschädigte das Fahrzeug mit Originalteilen repariert und eine Rechnung oder Reparaturrechnung vorlegt;

Wenn das Fahrzeug mit Originalteilen ausgestattet war, wird der Kostenvoranschlag auf der Grundlage der Originalteile erstellt. Es werden Nicht-Originalteile verwendet, wenn die Originalteile des Fahrzeugs vor dem Schaden maximal abgenutzt und von wesentlich geringerer Qualität waren als die Ersatzteile. Der Gutachter muss jedoch die Preise für die von der Garantie abgedeckten Ersatzbeschaffungen einkalkulieren. Der billigste Ersatz darf nur dann verwendet werden, wenn im beschädigten Fahrzeug Teile der gleichen Klasse gefunden wurden.